Gefühlschaos bewältigen- Tipps für Eltern hochsensibler Kinder

Wie Eltern und Kinder mit Gefühlschaos umgehen können

⛈️Kennst du diese Gewitterwolken, die plötzlich auf eurem sonnigen Familienhimmel aufziehen und immer bedrohlicher werden, sodass bald alles von ihnen bedeckt ist und die Blitze durch die aufgeladene Luft zucken?

 

Immer wieder an den Wochenenden oder auch im Urlaub gibt es diese Tage.
Alle sitzen zusammen, die Welt ist eigentlich schön und harmonisch, die Pläne für den Tag stehen und sobald alle gemeinsam am Tisch sitzen, geht es los mit Nörgeleien, Streit, Ärger und Verweigerung.

 
Naja gut: ich muss zugeben, dass ich meist der Startpunkt bin, der die Gewitterwolken losgeschickt hat. 
Mit aller Macht versuche ich dann, meine Laune an niemanden auszulassen. Leider schaffe ich das nicht immer. Mein Mann fängt die ersten Blitze ein- dann die Kinder. Schnell. merke ich, dass das so nicht funktioniert. Checke meine Bedürfnisse und finde meist einen Weg.

Zu viele Reize, zu viele Bedürfnisse und zu viele Gedanken, zu viele Erwartungen, zu viele To-Dos:

können ausschlaggebend sein.

 

Und zu dem sind hochsensible Kinder eben emotional feinfühlig.
Sie spüren die Gewitterwolken schon bevor sie sichtbar werden- wie ein Seismograph die Erdbeben.
So kann das Familienleben manchmal wie ein emotionales Gewitter sein,
besonders wenn man hochsensible Kinder hat. 


Es ist wichtig zu erkennen,


dass Kinder oft die Gefühle ihrer Eltern absorbieren und lernen müssen, wie sie mit ihren eigenen Emotionen umgehen können.
In diesem Artikel möchte ich dir helfen, Methoden zu verstehen, um deinem Kind beizubringen,

seine Gefühle wahrzunehmen, zu spüren und zu benennen.

 

Ein Kind, das sich seiner eigenen Gefühle bewusst ist, kann besser lernen, sie von den Gefühlen anderer zu unterscheiden und sie nicht für sich zu übernehmen.

⚠️Kinder im Alter von sechs Jahren und jünger haben möglicherweise Schwierigkeiten,
die Gefühle anderer von ihren eigenen zu unterscheiden.
Dies ist ein normaler Teil ihrer emotionalen Entwicklung.

Erst ab einem Alter von sechs Jahren kann das bewusst passieren.

Es ist jedoch nie zu früh, um mit ihnen darüber zu sprechen.

Kinder lernen durch Gespräche und können beginnen, ihre eigenen Gefühle zu differenzieren.

Darauf gehen wir jetzt einzeln ein.


Gefühle wahrnehmen- wie am besten?

 

Der erste Schritt beginnt für jedes Kind damit,
(wenn es rund ein Jahr alt ist und in die Autonomiephase eintaucht,) dass es feststellt:

"Ich bin ein einzelner Mensch mit eigenem Willen, eigenen Gefühlen und ich stehe nicht im Einklang mit meiner Mutter." Uff.😮‍💨

Ich finde immer, das klingt echt heftig, oder?

In dieser Zeit macht es immer wieder Sinn, jegliche Gefühle

  • verstehen zu versuchen,
  • sie zu benennen und
  • ihnen somit den Raum zu geben.

Ich meine wirklich alle Gefühle, auch die Guten.
So lernt ein Kind fürs Erste, welches Gefühl wie an die Oberfläche kommt.
Es kann dann mit dir gemeinsam eine Strategie lernen, damit umzugehen, dann zu lernen,
wie es seine von den anderen unterscheidet.

Praktische Idee (Gefühle wahrnehmen lernen):

Ich habe dir da eine ganz praktische und einfache Idee für den Anfang mitgebracht.
Differenziere zu Beginn nicht zu stark.
Ich meine, nimm die basalen Gefühle wie Freude, Wut, Angst und Traurigkeit.
Mit dieser einfachen Differenzierung müsste dein Kind zu Beginn erstmal gut zurechtkommen.

🥰Bei ganz kleinen Kindern macht es Sinn vorrangig nach der Körperempfindung passend dazu zu fragen
oder es sogar in Bilder zu wandeln.

  • Wann kamen dir heute die Tränen? 
  • Worüber musst du richtig lachen? 
  • Was hat die Wut in deinen Bauch gebracht? 


🌡️Mit größeren Kindern kannst du ein Gefühlebarometer einführen.
Darauf werden die Gefühle wie ein Thermometer von heiter bis gewittrig aufgetragen.
Du kannst etwas recht einfaches aus Pappe basteln- ein langer Streifen reicht und

darauf ein Gewitter über Regen, Nebel, Sonne, Wolkenmix bis hin zu strahlendem Sonnenschein aufmalen.
Dein Kind darf mit einer Wäscheklammer auf diesem Barometer seine Stimmung einschätzen.

Dieses Barometer könnt ihr mehrfach am Tag nutzen oder nur zu einer Zeit, um darüber gegebenenfalls ins Gespräch zu kommen.

So oder so ähnlich schaffst du dem Kind Zugang zu seinen Gefühlen und
kannst du mit ihm grundlegend spüren und dann zum nächsten Schritt übergehen.


Über Gefühle sprechen- wie du das angehen kannst.

 

Es gibt natürlich ganz viel unterschiedliche Möglichkeiten mit Kindern über Gefühle zu sprechen:

  • Karten,
  • Fotos,
  • Bücher.

Ich mag es am liebsten mit Büchern und Geschichten im Zusammenhang mit Gefühlsgesprächen.


Praktischer Tipp (anhand von Büchern)

Und so möchte ich dir heute eins meiner liebsten Bücher zu dem Thema vorstellen und euch die Möglichkeit mit ihr Ina die Hand geben, wie ihr damit  Gefühle benenne, besprechen und sortieren könnt.
"Das Farbenmonster"

 

Dieses Buch zeigt in seiner schönen Gestalt die unterschiedlichen Gefühlen, die ein kleine Monster durchlebt.

Es ist zu erst sehrt verwirrt- absolutes Gefühlchaos , sein Fell ist kunterbunt und es bekommt dann die dringende Aufgabe seine Gefühle wieder in kleine Gläser zu sortieren.

Dieses Buch bietet einen tollen Einstieg in das Thema Gefühle.
In der Weiterführung kannst du deinem Kind zu den Gefühlen Fragen stellen.

  • Wann hast du das letzte Mal so gefühlt?
  • Kennst du dieses Gefühl? Ging es dir heute schon so?
  • Oder wo fühlst du dieses Gefühl?
  • Wichtig dabei ist nicht zu werten und Gefühle so als richtig oder falsch zu betiteln.

 

🌈Bücher oder Geschichten geben dir als Elternteil die nötige Distanz zur dem Thema,
sodass du dich vielleicht mit weniger Scham und Schuld an die Gefühle herantrauen kannst.


Für größere Kinder (ab 6 Jahren) empfehle ich das Buch *Heute Regen, morgen Sonne*

darin sind einzelne kürzere Geschichten verfasst.  
Diese könnt ihr als Traumreisen, Anlass zum kreativ werden oder auch zum Gesprächsstart nutzen.

Viele Kinder mögen gerne ihre Variante von Geschichten zu Papier bringen.

Dazu laden diese Geschichten definitiv ein und bieten dir eine Vielzahl an nterschiedlichen und auch individuell passenden Geschichten.


Abgrenzung üben- nicht mitschwingen

 

Es kann sein, dass dein Kind nun ganz von sich aus besser die eigenen Gefühle von den anderen abgrenzen kann. Außerdem kannst du mit deinem Kind gemeinsam darüber sprechen.

 

Praktische Ideen
Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind mit dir mitschwingt, ist es immer gut sprachlich einen Unterschied zu machen. So könnten Formulierungen lauten.

  • "Ich bin gerade wirklich sauer, damit hast du nichts zu tun, spiele ruhig fröhlich weiter." 
  • "Ich finde diese Situation gerade sehr anstrengend."  
  • "Damit hast du aber nichts zu tun." Oder auch:
  • "Das sind gerade meine Gefühle. Schau, sie sitzen hier drin." -Hand auf die eigene Brust legen. "Wo sind denn deine Gefühle?"

Kurz um:
Auch wenn Kinder im jungen Alter noch nicht Abrenzung so einfach schaffen, so lernen sie es peu a peu. 

Bei den oben beschriebenen drei Schritten wirst du merken, dass dein Kind immer mehr und
immer besser seine Gefühle erkennen und benennen kann. 
In kleinen Schritten kommt ihr so gut voran.